Viele Haie wie z.B. der Weißspitzen Riffhai (Triaenodon obesus) oder manche Hundshaie sind sogenannte kooperative Jäger. Sie jagen in Gruppen, um schwer fassbare Beute zusammenzurotten oder um viel größere Beute zu erlegen. Diese Haiarten leben in Schulen und wandern viel, sprich sie legen oft zusammen große Distanzen zurück wahrscheinlich um immer wieder neue Jagdgründe zu erschließen.

Die Weißspitzen Riffhaie haben zweifelhafte Berühmtheit durch ihres nächtliche “Blutrausch” fressen erlangt. Jeder kennt diese Aufnahmen aus Dokumentar filmen. Es ist Nacht am Riff, alles ist ruhig, plötzlich kommt eine Horde Weißspitzen an, sehr schnell jagen sie durch das Riff, schnellen in jede Spalte, drängeln, schieben, schubsen… beißen allem Anschein nach in alles was sich bewegt… meist noch mit schneller düsterer Musik unterlegt, verfehlen solche Aufnahmen nie ihren Zweck… 
Haie im Blutrausch! Das berühmte „Feeding Frenzy“, der Blutrausch bzw. das wahnsinnige Fressen der Haie bei Nacht. Ja diese Art jagt allem Anschein nach in Kooperation, ja diese Haiart jagt anscheinend gerne nachts. Dies gilt aber nicht direkt für alle Haiarten. Dieses Phänomen des Blutrausches gibt es nicht. Es wirkt auf einen ungeübten Beobachter so wie der Reporter es gerne hätte. Aber Forschungen zeigen eindeutig dass es bei Haien die Kooperativ jagen auch eine Hierarchie gibt, meist fressen die großen Weibchen zuerst. 
Es kommt auch unter Haien zu Konfrontationen, bzw. Rangkämpfen: Der Chef bleibt nicht immer Chef. Die Konkurrenz ist natürlich groß, und die Geschwindigkeit mit der agiert wird ist hoch, aber es gibt eine subtile Ordnung… und somit kein Rausch. Haie töten nicht mehr nachdem sie „satt“ sind, das passiert während eines echten Blutrausches schon. Kooperatives Jagdverhalten besitzt eine Ordnung auch wenn sie für den Menschen erst einmal nicht fassbar ist.

Es gibt auch „Kooperationen“ zwischen verschiedenen Arten, auch wischen Haien und nicht Haien, z.B. wird in Süd-Afrika während dem Sardine Run (größte Fisch Migration auf dem Globus. Sardinen (Sardinops sagax) wandern zwischen Mai und Juli vom Eastern Cape zur Küste von Kwazulu Natal an der Afrikanischen Ostküste entlang), eine große Menge von Räubern angelockt: Spinnerhaie (Carcharhinus brevipinna), Der Bronzehai (Carcharhinus brachyurus), Düsterer Hai (Carcharhinus obscurus), Schwarzspitzen Haie (Carcharhinus limbatus), Gemeine Delphin (Delphinus delphis), Große Tümmler (Tursiops truncatus), Buckelwale ( Megaptera novaeangliae), Edenwale (Balaenoptera edeni), Pelzrobben (Arctocephalus pusillus), Brillenpinguine (Spheniscus demersus) und Kaptölpel (Morus capensis, früher: Sula capensis). 
All diese Tiere werden durch diese Migration der Sardinen angelockt und in irgendeiner Weise kooperieren viele dieser Arten, z.B. Die Wale drängen Sardinen durch ihre Luftgardinen den Fisch zusammen und befördern ihn an die Oberfläche… Haie und Delphine stoßen in die gefangenen Sardinen Schwärme. Die Kaptölpel stoßen von oben ins Wasser und greifen sich die verängstigten Sardinen… dass ist nur ein Beispiel für interspezifische Kooperation bei der Jagd. Diese Strategie ist erfolgreich für fast jeden Beteiligten!
Manche Haie sind darauf spezialisiert kleine Fische und Kalmare in einem Stück zu schlucken (z.B. der Blauhai (Prionace glauca), andere wiederum beißen Stücke aus ihrer Beute so wie z.B. der Weiße Hai (Carcharodon carcharias).

Andere Arten leben auf dem Grund und sind sehr effektive Lauerjäger, wie z.B. der Engelshai (Squatina squatina) oder auch der Wobbegong (Orectolobus maculatus). Sie sind perfekt getarnt und sind darauf spezialisiert vorbei schwimmende Beute in ihr tiefes Maul zu saugen, indem sie es ruckartig öffnen und somit einen Unterdruck produzieren, welcher das Wasser samt der Beute in ihr Maul befördert.

Andere Boden lebende Arten (z.B. Ammenhaie (Nebrius ferrugineus und Ginglymostoma cirratum)) haben sich darauf spezialisiert Panzer tragende Tiere (z.B. Schnecken oder Krabben) zu verspeisen, und haben ein entsprechendes Knack-Gebiss entwickelt welches funktioniert wie ein Mahlstein.

Die Drescherhaie (Alopias pelagicus, Alopias superciliosus und Alopias vulpinus) haben eine extravagante Jagdstrategie entwickelt. Sie benutzen ihren überdimensionierten oberen Schwanzlobus um Fische zusammenzutreiben und sie dann damit bewusstlos zu schlagen. Die benommenen Fische werden dann quasi nur noch abgepflückt.

Selbst Haie die ihre Nahrung aus dem Boden ausgraben sind bekannt. Z.B. der Epaulette Hai (Hemiscyllium ocellatum) wurde schon dabei beobachtet wie er den Kopf bis zur ersten Kiemenspalte in den Sand bohrte um seine Beute zu fangen. Also eine aushebe und schürf Strategie…

Viele Hochsee Haiarten ernähren sich überwiegend von Aas.
Es gibt sogar schon Nahrungserwerb vor der Geburt, der sogenannte intrauterine Kannibalismus bei Sandtigerhaien (Carcharias taurus). Einer der Embryos verspeist die anderen Embryos die sich in seinem Uterus Zweig befinden. Der besser entwickelte ernährt sich von den schlechter entwickelten. Haie haben zwei Uteri, so dass beim Sandtiger nur zwei relativ große Nachkommen geboren werden, einer pro Uterus.

Nun gibt auch noch andere Formen: die Oophagie, dass bedeutet das ein Embryo unbefruchtete Eier im Uterus aufisst, nicht aber seine „Mitembryonen“, dieses Phänomen kennt man von Makos (Isurus oxyrhinchus und Isurus paucus) und von Weißen Haien (Carcharodon carcharias).

Die Nahrungsaufnahme Strategien sind vielfältig und zum Teil noch gar nicht bekannt. Aber dieser kurze Überblick gibt ein gutes Bild über Komplexität und Vielfalt des Nahrungserwerbs, ohne den Anspruch auf Vollständigkeit.

Es sollte noch vermerkt werden dass es durchaus möglich ist dass die Strategie einer Art sich mit dem Alter des Tieres ändern kann, z.B. frisst der Weiße Hai während seinen ersten Lebensjahren nur Beute die er ganz verschlucken kann, als älterer Hai (wenn seine Zähne und sein Kiefer ausgebildet sind) macht er sich auch über Beute her aus der er große Stücke beißen muss.

Es wurde bisher nur von Haien als Räuber berichtet. Haie können durchaus auch Beute von anderen Haien sein (Manche Haie wie z.B. Weiße Haie (Carcharodon carcharias), Bullen Haie (Carcharhinus leucas), Große Hammerhaie (Sphyrna mokarran) oder Siebenkiemer (Notorynchus cepedianus) fressen sogar regelmäßig andere Elasmobranchier, sie gehören in ihrem Speiseplan).

Manche Haiarten werden aber auch von größeren Fischen, und Zahnwalen gefressen. Schwertwale (Orcinus orca) machen sich sogar über die größten Haiexemplare her, wie z.B. Weiße, Walhaie oder auch Riesenhaie. Orcas haben allem Anschein nach sogar die tonische Immobilität der Haie “entdeckt” und nutzen diese damit angeschlagene Haie nicht mehr fliehen!

Kannibalismus ist von vielen großen Haiarten bekannt, und in manchen Gebieten sind die Erwachsenen Haie die wichtigsten Räuber der Jungtiere.

Euer Pascal