Was ist technisches Tauchen?

Das technische Tauchen unterscheidet sich sehr vom Sporttauchen, da tiefer und länger getaucht wird.

Beim Technischen Tauchen werden mehrere Gase bzw. Gasgemische verwendet wie z. B. Helium, Stickstoff, Sauerstoff und Argon.

Der Stickstoff wird zum Teil mit Helium ersetzt um auf Tiefe die Stickstoffnarkose zu unterbinden. Die Stickstoffnarkose ist des Tauchers größter Feind, denn die Gefahr ist, dass man sich ab 40 Meter in einem so genannten Rauschzustand befindet, der schon bei vielen Tauchern den Tod zur folge hatte.
Bei manchen Tauchern kann die Stickstoffnarkose schon bei 25 – 30 Metern einsetzten und es gibt auch Taucher die öfters tiefe Tauchgänge mit Pressluft unternehmen, die erst ab 50 Meter diese Symptome aufweisen. Deshalb wird beim Technischen Tauchen ab 40 Metern der Einsatz von Trimix verwenden.
Trimix besteht aus Sauerstoff, Helium und Stickstoff.
Da sich der Körper bei tiefen Tauchgängen mit Helium und Stickstoff aufsättigt, ist es von Nöten Deko Gase beim Aufstieg einzusetzen. Hier werden Trimixgemische mit einem hohen Sauerstoffanteil verwendet oder Nitroxgemische mit ebenfalls hohen Sauerstoffanteil wie z. B. ein Gemisch aus 50 % Sauerstoff und 50 % Stickstoff. Dieses Nitroxgemisch mit 50 % Sauerstoff kann erst ab einer Tiefe von 21 Meter eingesetzt werden, da der Partialdruck ab 1,6 bar toxisch wird und man an einem Sauerstoffkrampf bei höheren
O2; Partialdrücken ebenfalls zu Tode kommen kann.
Diese Dekogase machen auch Sinn, um Dekozeiten (beim Aufstieg zur Oberfläche) zu verkürzen.
Der Einsatz von Argon wird ausschließlich zum befüllen des Trockentauchanzugs verwenden, da Argon eine größere Dichte als Pressluft hat (21% O2; / 79% N2;). Diese Dichte des Gases bewirkt eine höhere isolierende Wirkung und somit einen längeren Wärmeerhalt des Tauchers bei langen Tauchgängen.

Was sind Kreislaufgeräte:

Rebreather werden für lange und Tiefe Tauchgänge verwendet, aber auch für Fotografen ist ein Rebreather von nutzen, denn Fische z. B. fühlen sich bei weitem nicht so gestört als wenn man mit offenem Gerät an sie heran schwimmt um zu Fotografieren.
Mit einem normalen offenen Tauchgerät (Open Circuit Systeme) atmet man über den Atemregler so viel Luft ein wie man benötigt und dann lässt man die Ausatemluft ins Wasser entweichen. Wobei ca. 4 % des Sauerstoffes O2; vom Körper verstoffwechselt wird.
Beim Rebreather verbleibt das Atemgas in einem Kreislauf und wird ständig aufbereitet, d. h. das abgeatmete CO2; Kohlendioxyd als Abfallprodukt des Körpers wird chemisch gebunden und der verbrauchte Sauerstoff O2; wird ersetzt. Dieses geniale Systeme hat zur folge, dass man längere und tiefere Tauchgänge betreiben kann und somit fast keinen Luftverbrauch hat.
Das Tauchen mit Rebreather bedeutet, nicht wie viel Luft ich noch habe, sondern was atme ich gerade aus dem Kreislauf.
Je nach Kreislaufgerätetype wird nur der verbrauchte Sauerstoff oder ein bereits Vorgemischtes Gas zugeführt. Diese Zuführung kann mechanisch oder elektronisch gesteuert werden und der Kreislauf kann geschlossen oder halbgeschlossen sein. Es ergibt somit mehrere Kombinationsmöglichkeiten für den eigentlichen Vorgang den Sauerstoff O2; zuzuführen und das Kolendioxyd CO2; zu binden. Wegen der komplexeren Funktionsweise und Grundprinzipien leitet sich auch ein Gefahrenpotential beim Tauchen ab. Da das CO2; den Atemreiz steuert, kann es zu einer Leeratmung im Kreislauf kommen, d. h. man verbraucht den Sauerstoff ohne dass man einen Atemreiz bekommt. Man wird bewusstlos und führt letzt endlich zum Tode. Dieser tragische Vorgang kann entstehen, wenn z. B. das Sauerstoffventil nicht aufgedreht, oder das komplette Gerät vor dem Tauchgang nicht eingeschalten wurde.
Ebenso gefährlich kann sich das Gegenteil auswirken, wenn das CO2; nicht mehr gebunden wird. Der CO2; Wert im Körper nimmt kritische Werte an d. h. es kommt zu einer Hyperkapnie. Die Symptome sind Lufthunger, Panik und Bewusstlosigkeit obwohl genug lebenserhaltener Sauerstoff zur Verfügung steht. Die Ursache liegt meistens am Taucher selbst, der z. B. wegen Kostengründen den Atemkalk nicht rechtzeitig wechselt. Aber auch bei Wassereinbruch ins Kreislaufsysthem und der Atemkalk wird nass, dann ist es äusserst ratsam auf den mitgeführt Gasvorrat in das offene Systhem zu wechseln.
Es sollte sich jeder im klaren sein, der das Kreislauftauchen erlernen möchte, dass Er trotz mehrjähriger Taucherfahrung von neuem beginnen muss. Ebenso ist es von großer Wichtigkeit, den Umgang mit dem Kreislaufgerät sorgfältig und gewissenhaft zu handhaben. Eine unsachgemäße Behandlung recht sich umgehend beim nächsten Tauchgang. Ausserdem ist eine umfassende Ausbildung absolut erforderlich.
Für jeden der das Tauchen leidenschaftlich betreibt und sehr viel Spaß bei der Vorbereitung, beim Tauchen und bei der Versorgung seines Equipment hat, für den kann auch das Kreislauftauchen eine absolute Leidenschaft werden.
Taucher die nur ab und zu einen Tauchgang unternehmen und nicht viel mit Technik zu tun haben wollen, für die ist das Tauchen mit Rebreather nicht geeignet. Man braucht sehr viel Übung und Erfahrung um sichere Tauchgänge zu unternehmen.
Ein wesentlicher Vorteil beim technischen Tauchen mit Kreislaufgerät, ist wie oben erwähnt der extrem niedrige Luftverbrauch, der sich bei Tri Mix Tauchgängen erheblich auf die Gaskosten auswirkt. Trotz allem darf man beim technischen Tauchen nicht auf den Geldbeutel achten, denn wenn man anfängt auf Kosten zu achten, sollte man lieber im Sporttauchbereich bleiben.

Wichtiger Hinweis:
Dieser Beitrag ersetzt nicht das Belegen eines Kurses an einer anerkannten Tauchorganisation!!!

Tips zum Tauchen:
Meine Anmerkung zu diesem Thema ist, wenn man sich entscheidet ein Technischer Taucher zu werden, ist es nicht abgetan eine Ausbildung zu machen und 2 – 3 mal im Jahr einen Technischen Tauchgang durch zu führen. Das wäre zu gefährlich und auch zu kostspielig, allein schon wegen der Anschaffung des Equipments.
Das Technische Tauchen verlangt ein hohes Maas an Erfahrung durch Übung, Disziplin, Sorgfältigkeit und auf gar keinen Fall der Selbstüberschätzung.
Da das Technische Tauchen immer wieder Fragen auf wirft, werde ich Sie ständig auf dem laufendem halten.

Dekompressionsgase

Als Tiefengemische (Bottom Gase) können je nach Tiefe verschiedene Gasmischungen verwendet werden. Seit geraumer Zeit ist man auf Grund von Erfahrungswerten überzeugt, dass man bei Dekogasen EAN 50 und Sauerstoff verwendet. Auf Grund nicht vorhandener Inertgase bietet Sauerstoff ein optimales Sauerstofffenster (Oxygen Window), d. h. Sauerstoff bewirkt eine optimale Entsättigung des Körpers. Sauerstoff birgt aber auch Gefahren, wie bei zu hohen Partialdrücken und zu langen Einwirkzeiten. Die Alveolen werden gereizt, sowie das entstehen eines Sauerstoffkrampfes.
Ein O2-Partialdruck von 1,6 bar hat eine max. Einwirkzeit von 45 Minuten.
Nach 20 Minuten Einwirkzeit von 100 %-igem Sauerstoff und einem pO2 von 1,6 bar sollte ein Gasbreak von fünf Minuten mit dem Bottom Gas durchgeführt werden (Vorsicht bei sehr hypoxischen Gemischen unter 10 %):
Wenn vom Bottom Gas auf ein Dekogas mit einem hohen Sauerstoff Gehalt gewechselt wird, entsteht ein großer Inertgas Diffussionsgradient zwischen dem Blut und Gewebe. Dieser Vorgang beschleunigt die Entsättigung. […]

Bailout bei Kreislaufgeräten E-CCR

Ein Kreislaufgerät ist eine geniale Sache sowohl in Tiefen des Sporttauchbereichs, als auch im technischen Bereich. Trotz dessen, dass die Geräte heutzutage sehr ausgereift sind, ist eine grundlegende Ausbildung erforderlich, um einen Tauchgang sicher durchführen zu können.
Falls ein Kreislaufgerät Unterwasser ausfallen sollte, in welcher Form auch immer, so muss eine alternative Luftversorgung gewährleistet sein.
Ein Ausfall eines Gerätes kann verschiedene Ursachen haben, wie z. B.

Bei e-CCR Geräten kann eventuell die Elektronik ausfallen
Es können Fehler beim Zusammenbau des Gerätes vor dem Tauchgang gemacht worden sein (Checklist)
Unsachgemäßes packen des Kalkbehälters (Hypercapnie CO2 Vergiftung)
Usw…

Es wird in diesem Bericht nicht auf mögliche Ursachen bei Ausfall eines Kreislaufgerätes eingegangen, sondern über das Bailaut-Management im Notfall.
Prinzipiell ist es so, dass immer ein Gas mitgeführt wird, dass auch in der größten geplanten Tiefe geatmet werden kann. D. h. bei einem Sporttauchgang auf 30 Meter Tiefe kann eine Stage mit einem 35 % gen. […]

Isobare Gegendiffusion

Als Isobare Gegendiffusion bezeichnet man eine Blasenbildung in den Geweben bei gleich bleibenden Druckverhältnissen (isobar entspricht konstanter Druck).
In solch einem Fall, tritt Inertgas schneller in ein Gewebe ein als ein anderes Inertgas aus dem Gewebe wieder entweichen kann. Wenn ein Inertgas in ein Gewebe eintritt, kann es eine Gewebespannung hervorrufen und somit steigt der Übersättigungsgrad. Das Resultat ist die Blasenbildung in den Geweben.

Bei Tauchgängen mit Pressluft und Nitrox-Gemischen, selbst bei Gaswechsel, spielt die Isobare Gegendiffusion keine Roll. Es kann aber problematisch werden, wenn mehrere Inertgase zur Verwendung kommen, wie zusätzlich Helium im Austausch bzw. Ergänzung zu Stickstoff beinhaltet, wie es beim Tri Mix Tauchen und deren Gaswechsel der Fall ist. Sauerstoff und Kohlendioxid sind metabolische Gase (die den Stoffwechsel betreffen), haben keinen Einfluss auf die Isobare Gegendiffusion.

Vor einigen Jahren wurde behauptet, dass Tauchgänge von einer Tiefe zwischen 70 und 80 Meter mit einer geringen Grundzeit, kein Problem […]